Auch wenns ne Weile her ist, so ist der Titel des Themas nicht weniger aktuell. Allerdings möchte ich etwas mehr auf eine andere Ausprägung aufmerksam machen, die mich seit einiger Zeit bewegt und das ist das soziale Gefüge insgesamt in unserem Land, welches ich in Gefahr sehe.
Besonders betroffen davon sind einerseits Kinder und Jugendliche, vor allem in den Großstädten. Viele Kinder sind nicht mehr schulfähig, "fast die Hälfte aller Schulabgänger ist nicht ausbildungsreif" (Q1). Stattdessen beginnen sie früh Alkohol zu trinken, zu rauchen, sich schlecht oder total irrsinnig zu verhalten oder gar Gewalt gegen ihre Mitmenschen auszuüben. Es stellen sich zwangsläufig die Fragen: Warum?, Wohin wird das führen? und Wie kann man das aufhalten?.
Einerseits werden viele Kinder und Jugendliche jeden Tag mit Gewalt konfrontiert, in ihrer Umwelt, den Medien und auch in Spielen. Andererseits müssen sie in unserer Leistungsgesellschaft viel oft und zu früh funktionieren. Sie sind "Objekte von Bildungsprozessen" (Q2), die nach den Anforderungen der Wirtschaft geformt werden sollen. Sie sind "Objekte einer Konsum- und Werbeindustrie" (Q2), die sie mit Marken, Moden und neuen Produkten bombardiert und darüber Ansehen, Liebe und Freundschaft verspricht. Sie sind Objekte einer Medienindustrie, die ihnen die Illusion von Erfolg, Anerkennung und schnellen Ruhm verschafft.
Viele Eltern sind unter anderem wegen immensem Zeit- und Konkurrenzdruck im Beruf überfordert, schon längst ausgestiegen, dem Alkohol oder der Gleichgültigkeit verfallen, was sie dann an ihre Kinder weitergeben. Nur wenige Lehrer kapitulieren nicht vor schlechter Bezahlung, schlechter Ausstattung mit Lehrmitteln, zu großen Klassen, einem hohen Migrantenanteil darin oder dem latenten Bedrohungspotential ihrer Schüler. Dabei entfernen sich beide zunehmend von der Erlebenswelt der Kinder und Jugendlichen, verstehen sie mit ihrem Slang oder Online-Jargon kaum noch und haben es schwer, zu erkennen, ob etwas jugendliche Angeberpose oder Abdriften in echte Kaltblütigkeit ist. Zu partnerschaftlicher Umgang lässt die Kinder Fehler nicht mehr erkennen und führt zu einer wachsenden Respektlosigkeit (Q1). So einige entwickeln sich unter diesen Voraussetzungen nicht weiter als zum psychischen Zustand eines Kleinkinds (Q1).
Später erwartet sie im Falle des immer wahrscheinlicher werdenden Scheiterns aller Ausbildungsversuche entweder ein Leben am Rand der Gesellschaft oder der äußerst örtlich, finanziell und vertraglich geforderte "flexible" Einsatz als Arbeitsameise in der Wirtschaft, die ihre Ausbildung fast nie finanzierte, aber daraus Profit schlägt ohne diesen auch nur im mindesten angemessen mit ihnen oder der Gesellschaft zu teilen. Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Vorgänger auf Pump lebten und ganze Industriezweige platt machten, um Konkurrenz auszuschalten. Das bezahlen noch heute insbesondere die Bewohner der neuen Bundesländer mit hoher Arbeitslosigkeit und geringer Kaufkraft.
Falls sie das irre Unterfangen Studium beginnen, zahlen sie selbst dafür Studiengebühren, können sehen, woher sie das Geld für Lernmittel bekommen und wie sie sich währenddessen über Wasser halten, sofern sie nicht zu den wenigen mit genügend reichen Eltern gehören. Sie werden in Kreditschulden getrieben und bekommen die zusätzliche Zeit des Verdienstausfalls nicht einmal mehr bei der Rente angerechnet, wobei einen Job zu finden und zu behalten selbst mit Studium eine Kunst für sich geworden ist. Ein geordnetes Leben in diesem Chaos ist für immer weniger Menschen im Rahmen des Möglichen.
Von Altersarmut bedroht verbringen sie ihre letzten Tage im besten Fall einsam in Altersheimen, wo sie nur noch auf das Sterben warten (Q4). Kinder sind meist entweder Luxus oder haben Migrationshintergrund, der oft sozialleistungsfinanziert ist. Letztere stellen beispielsweise bereits 43 % der Berliner Kinder bis 15 Jahre, in einigen Gebieten stellen Migranten bereits an die 70 % der Bewohner (Q3). Diese Gebiete sind die problematischsten und auch gefährlichsten geworden und strahlen das weit in ihrem Umkreis aus, womit wir wieder beim Anfang der Geschichte sind.
Deutschland ist in Europa nicht das einzige Land, in dem das so ist. Auch andere Länder wie z.B. Frankreich, Dänemark und Groß-Britannien hat das erfasst.
Ein afrikanisches Sprichwort sagt: "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen". Unser Dorf, unsere Gesellschaft ist in Schieflage.
Die noch offene Frage ist: Wie kann man das aufhalten?
Quellen:
Q1 - stern TV 17. März 2010, Qualifizierte Azubis gesucht
[url=http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommen…;art141,2751761]Q2 - Tagesspiegel 15.03.2009, Von der Unfähigkeit zum Mit-Leiden[/url]
Q3 - Berliner Morgenpost 2. Juli 2008, Jeder vierte Berliner hat einen Migrationshintergrund
Q4 - stern TV 17. März 2010, Experiment "Plötzlich alt"