Auf den ersten Blick ist Projekt absolut super. Solarenergie da abgreifen, wo die Leistung pro m² am höchsten ist und die Grundstückspreise niedrig, weil in der Wüste eh niemand bauen will. Auf den zweiten Blick gibt es aber leider einige technische Probleme, was insbesondere bei der Verwendung von solarthermischen Prozessen der Fall ist. Viel größer sind aber leider die wirtschaftlichen und politischen Hürden. Sofern der Strom nur für Afrika verwendet wird, müsste ein großteil des Netzes gebaut werden für Leute, die nicht sehr viel dafür zahlen werden. Und wenn der Strom nach Europa soll, dann muss dafür eine neue Leitung (wohl über Spanien) gebaut werden, die erstmal durchgeklagt werden muss (denn nur die wenigsten haben wohl eine fette Hochspannungsleitung gerne vor dem Haus). Ideen den Strom zur Wasserstoffsynthese zu verwenden und den Energieträger mit Tankschiffen nach Europa zu bringen wurden ebenfalls wieder verworfen. Auch wurde überlegt Industrien mit großen Strombedarf (z.B. Aluminiumherstellung) nach Afrika zu verlagern, was aber auch daran scheitert, dass die Länder Marokko, Algerien zu instabil sind und man sich in deren Abhängigkeit begäbe.
Ich hatte vor zwei Wochen das Vergnügen zu dem Thema mit zwei Herren von EnBW diskutieren zu können. Es ist schade, dass man die Sache so pessimistisch sehen muss, aber es gibt leider viele Hürden. Sinnvoller halte ich es so ein Kraftwerk z.B. in Rumänien aufzubauen. Dort gibt es viel platz, die Sonne scheint auch sehr viel, aber es ist ein EU-Mitglied, womit alle Investitionen (Netzausbau etc.) auch der EU direkt zu gute kommen.
Zur Nabucco red ich mal nicht lange, sondern empfehle einfach
folgenden Bericht, der leider nur bis Samstag abrufbar ist.